Spritkostenrechner

Fahrtkosten berechnen: Sprit, Verschleiß und Kilometerpauschale

Der Rechner trennt drei Stufen: reine Spritkosten, Betriebskosten mit Verschleiß und Vollkosten mit Wertverlust, Versicherung und Steuer. Welche Stufe du brauchst, hängt davon ab, wofür du rechnest.

km
l/100 km
€/l
ct/km
€
km
Sprit
–
–
Betriebskosten
–
–
Vollkosten
–
–
Dienstreise 0,30 €/km
–
–
  • Sprit
  • Verschleiß und Wartung
  • Fixkosten anteilig

Kosten pro Kilometer: Sprit, Wartung und Wertverlust

Ein gefahrener Kilometer kostet deutlich mehr als den Kraftstoff, der dabei verbrennt. Bei den meisten Autos ist der Wertverlust der größte Posten, nicht der Sprit. Die Kosten teilen sich in zwei Gruppen. Variable Kosten wie Sprit, Reifen und Bremsen entstehen nur beim Fahren. Fixkosten wie Versicherung und Kfz-Steuer fallen auch an, wenn das Auto steht. Pro Kilometer werden sie umso kleiner, je mehr du fährst.

Spritkosten pro km = Verbrauch × Literpreis ÷ 100Vollkosten pro km = Spritkosten pro km + Verschleiß pro km + Fixkosten pro Jahr ÷ Jahreskilometer

Die Tabelle zeigt einen drei Jahre alten Kompaktwagen mit 15.000 km im Jahr, rund 30.000 € Neupreis und 6,5 l Benzin bei 2,16 €/l.

KostenartArtpro Jahrct/km
Kraftstoffvariabel2.106 €14,0
Wartung, Reparatur, Reifenvariabel1.050 €7,0
Wertverlustfix und variabel2.700 €18,0
Haftpflicht und Teilkaskofix900 €6,0
Kfz-Steuer, HU, Parken, Wäschefix600 €4,0
Summe–7.356 €49,0

Die Autokosten-Tabellen des ADAC nennen für Kompakt- und Mittelklasse typischerweise 40 bis 70 ct/km, für Kleinwagen eher 35 bis 45 ct/km. Bei 8.000 km im Jahr steigt derselbe Wagen auf über 70 ct/km, weil sich die Fixkosten auf weniger Kilometer verteilen. Im Rechner gehören Wertverlust, Versicherung und Steuer ins Feld „Fixkosten pro Jahr“.

Den eigenen Wertverlust schätzt du über Gebrauchtwagenportale: Preis eines vergleichbaren Autos mit deinem heutigen Alter und Kilometerstand minus Preis desselben Modells ein Jahr älter mit 15.000 km mehr. Als grobe Faustwerte gelten:

Alter des AutosWertverlust pro JahrBeispiel 30.000 € Neupreis
1. Jahr20–25 % vom Neupreis6.000–7.500 €
2. bis 4. Jahr10–12 % vom Neupreis3.000–3.600 €
5. bis 8. Jahr5–8 % vom Neupreis1.500–2.400 €
ab 9. Jahrgering300–800 €

Ältere Autos verlieren kaum noch Wert, brauchen aber mehr Reparaturen. Die Summe aus beiden bleibt über die Jahre erstaunlich stabil, nur die Verteilung verschiebt sich.

Verschleiß pro Kilometer schätzen

Verschleiß ist alles, was sich mit jedem gefahrenen Kilometer abnutzt und irgendwann ersetzt werden muss. Für Absprachen unter Freunden reicht eine Pauschale von 5 bis 10 ct/km. Kleinwagen liegen am unteren Rand, SUV und Transporter mit großen Reifen und schweren Bremsen am oberen. Genauer wird es, wenn du jedes Teil durch seine Laufleistung teilst.

PostenKostenLaufleistungct/km
Reifen, ein Satz500 €40.000 km1,3
Reifenwechsel Sommer/Winter2 × 40 €15.000 km0,5
Inspektion und Öl300 €20.000 km1,5
Bremsbeläge und Scheiben600 €60.000 km1,0
Kupplung, Batterie, Stoßdämpfer2.000 €150.000 km1,3
Zahnriemen, falls vorhanden700 €120.000 km0,6
Ungeplante Reparaturen––1–4
Summe Kompaktwagen––6–10

Viel Stadtverkehr verkürzt die Laufzeit von Bremsen und Kupplung, viel Autobahn schont sie. Bei Autos über zehn Jahren kommen für ungeplante Reparaturen eher 3 bis 4 ct/km dazu. Diesel brauchen zusätzlich AdBlue, rund 1 bis 1,5 l auf 1.000 km, und teurere Filter. Elektroautos haben weniger Verschleißteile, aber durch das höhere Gewicht oft einen schnelleren Reifenabrieb.

Dienstreise abrechnen: 0,30 € pro Kilometer

Fährst du beruflich außerhalb des Arbeitswegs, etwa zu Kunden, auf eine Baustelle oder zur Fortbildung, gilt nicht die Pendlerpauschale, sondern die Dienstreisepauschale. Sie wird für jeden tatsächlich gefahrenen Kilometer angesetzt, also für Hin- und Rückweg. Der Arbeitgeber darf sie steuerfrei erstatten. Zahlt er weniger, setzt du die Differenz als Werbungskosten in der Anlage N ab. Zahlt er mehr, ist der übersteigende Teil steuerpflichtiger Arbeitslohn.

0,30 €

Pkw

Pro gefahrenem Kilometer, Hin- und Rückweg.

0,20 €

Motorrad, Roller, Moped

Gleiche Regel, niedrigerer Satz.

Einzelnachweis

Tatsächliche Kosten

Eigener Kilometersatz aus allen belegten Autokosten eines Jahres.

Zusätzlich zur Kilometerpauschale absetzbar oder steuerfrei erstattbar sind Parkgebühren, Maut, Fährkosten und die Reparatur nach einem Unfall auf der Dienstfahrt, soweit keine Versicherung zahlt. Bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden kommt die Verpflegungspauschale von 14 € pro Tag dazu, bei mehrtägigen Reisen 28 € für jeden vollen Tag.

Die 0,30 € decken bei vielen Autos nur die Betriebskosten, nicht die Vollkosten. Ein Wagen mit 49 ct/km legt auf jedem Dienstkilometer 19 ct drauf. Mit dem Einzelnachweis setzt du einen individuellen Kilometersatz an: Gesamtkosten des Jahres inklusive Abschreibung über sechs Jahre, geteilt durch alle gefahrenen Jahreskilometer. Das lohnt sich bei vielen Dienstfahrten und einem teuren Auto. Nötig sind Belege für jede Kostenart und ein Fahrtenbuch oder eine lückenlose Liste der Dienstfahrten mit Datum, Ziel, Anlass und Kilometern. Der ermittelte Satz gilt dann für alle Dienstfahrten des Jahres.

Mitfahrer an Sprit, Betriebs- oder Vollkosten beteiligen

Welche Kosten Mitfahrer mittragen, ist Verhandlungssache. Unter Freunden ist das reine Spritgeld üblich. Der Fahrer trägt Verschleiß und Wertverlust selbst. Bei regelmäßigen Fahrgemeinschaften mit festem Fahrer oder wenn jemand ein Auto leiht, sind Betriebskosten fairer, weil jeder Kilometer das Auto des Fahrers abnutzt.

SituationWas geteilt wirdGeteilt durch
Einmalige Fahrt unter FreundenSprit, Maut, Parkenalle Personen inklusive Fahrer
Fahrgemeinschaft mit wechselndem Fahrernichts, jeder fährt reihum–
Fahrgemeinschaft mit festem FahrerSprit und Verschleißalle Personen inklusive Fahrer
Mitfahrt über eine PlattformPreis je Sitzplatz nach Plattform-Empfehlungpro Mitfahrer
Auto ausleihen ohne FahrerSprit, Verschleiß, Anteil an Versicherung und WertverlustEntleiher allein

Beispiel Fahrgemeinschaft: 2 × 30 km an 20 Tagen ergeben 1.200 km im Monat. Bei 6,5 l, 1,80 €/l und 7 ct Verschleiß kostet das 140,40 € Sprit plus 84 € Verschleiß, zusammen 224,40 €. Bei drei Personen zahlt jeder Mitfahrer rund 75 € im Monat. Wer ein Auto verleiht, klärt Schäden, Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung und den Rabattverlust nach einem Unfall vorher schriftlich. Die Mitnahme selbst ist durch die Kfz-Haftpflicht des Fahrers versichert, auch wenn Spritgeld fließt.

Grenze der Kostenbeteiligung nach PBefG

Das Personenbeförderungsgesetz erlaubt die Mitnahme ohne Genehmigung, solange das Gesamtentgelt die Betriebskosten der Fahrt nicht übersteigt. So steht es in § 1 Abs. 2 Nr. 1 PBefG. Betriebskosten sind Kraftstoff, Verschleiß und anteilige Wartung. Wertverlust, Versicherung, Kfz-Steuer und ein Gewinn gehören nicht dazu. Die Grenze gilt für alle Mitfahrer zusammen, nicht pro Kopf.

Mehr kassiert als die Betriebskosten? Dann ist es gewerbliche Personenbeförderung ohne Genehmigung, eine Ordnungswidrigkeit. Die Kfz-Haftpflicht zahlt bei einem Unfall zwar die Schäden der Mitfahrer, kann den Fahrer aber in Regress nehmen, weil das Auto anders genutzt wurde als im Vertrag angegeben. Dazu kommen mögliche Einkommensteuer auf den Gewinn und Ärger mit dem Taxigewerbe.

Beispiel: 300 km mit 6,5 l zu 2,16 €/l und 7 ct Verschleiß ergeben 42,12 € Sprit und 21 € Verschleiß, zusammen 63,12 € Betriebskosten. Drei Mitfahrer dürfen zusammen höchstens diesen Betrag zahlen, also je rund 21 €. Verlangt der Fahrer von jedem Mitfahrer 25 €, sind das 75 € und damit zu viel. Der Rechner oben zeigt die Betriebskosten für deine Werte.

Steuerlich ist Spritgeld unproblematisch, solange es nur die Kosten deckt. Selbst ein kleiner Überschuss bleibt als sonstige Einkunft steuerfrei, wenn er im Jahr unter 256 € liegt.

Mietwagen und Carsharing gegenrechnen

Ob sich das eigene Auto, ein Mietwagen oder Carsharing lohnt, entscheiden die Vollkosten. Beim Mietwagen kommt zum Tagespreis der Sprit dazu. Beim Carsharing steckt er meist im Kilometer- oder Minutenpreis. Stationsbasierte Anbieter rechnen nach Stunden plus Kilometern ab und eignen sich für Einkäufe und Tagesausflüge. Freefloating-Anbieter rechnen nach Minuten ab und werden auf längeren Strecken schnell teuer.

Wochenende, 300 kmFahrzeugkostenSpritGesamt
Eigenes Auto, nur Sprit0 €42 €42 €
Eigenes Auto, Vollkosten 49 ct/km105 €42 €147 €
Mietwagen Kompaktklasse, 2 Tage110 €42 €152 €
Carsharing stationsbasiert, 2 Tage plus km-Preis130 €inklusive130–180 €
  • Tankregel: Bei „voll/voll“ zahlst du nur, was du verbrauchst. Fehlende Liter berechnen Vermieter oft mit 50 Prozent und mehr Aufschlag auf den Tankstellenpreis plus Servicegebühr.
  • Kilometerbegrenzung: Günstige Tarife enthalten oft nur 150 bis 300 km pro Tag. Jeder weitere Kilometer kostet 20 bis 40 ct.
  • Selbstbeteiligung: Ohne Zusatzversicherung haftest du oft mit 1.000 bis 2.500 € je Schaden.
  • Einwegmiete und junge Fahrer: Rückgabe an einem anderen Ort und Fahrer unter 25 Jahren kosten Aufschläge.

Für eine einzelne Fahrt ist das eigene Auto fast immer billiger, weil seine Fixkosten ohnehin anfallen. Die Rechnung kippt erst, wenn du überlegst, das Auto abzuschaffen. Wer unter rund 6.000 km im Jahr fährt, kommt mit Bahn, Miete und Carsharing für die Fahrten, die wirklich ein Auto brauchen, oft günstiger weg. Ob ein anderer Antrieb die laufenden Kosten senkt, zeigen die Vergleiche Diesel oder Benziner und Stromkosten fürs Elektroauto.