Spritkostenrechner

Spritverbrauch berechnen: echten Verbrauch pro 100 km ermitteln

Trage für jede Volltankung die seit dem letzten Volltanken gefahrenen Kilometer und die getankten Liter vom Kassenbeleg ein. Der Rechner zeigt den Verbrauch jeder Füllung, den gewichteten Durchschnitt über alle Füllungen und die Umrechnung in km/l und mpg.

Durchschnitt
–
–
Kilometer pro Liter
–
100 ÷ l/100 km
US-mpg
–
Meilen je US-Gallone, 3,785 l
UK-mpg
–
Meilen je UK-Gallone, 4,546 l

Den gemessenen Durchschnitt überträgst du in den Spritkostenrechner, um eine Fahrt zu kalkulieren, oder in den Tankrechner, um die Reichweite einer Tankfüllung zu bestimmen. Jede Kostenrechnung ist nur so genau wie dieser eine Wert: 1 l/100 km zu wenig angesetzt bedeutet bei 15.000 km im Jahr und 1,80 €/l rund 270 € Abweichung.

Volltank-Methode: Verbrauch an der Zapfsäule messen

Beim zweiten Volltanken füllst du genau die Menge nach, die der Motor seit dem ersten Volltanken verbrannt hat. Die Literzahl stammt aus einer geeichten Zapfsäule, die Strecke aus dem Kilometerzähler. Damit misst die Methode den tatsächlichen Verbrauch, während der Bordcomputer nur rechnet. Die Genauigkeit hängt fast allein davon ab, ob der Tank an beiden Messpunkten gleich voll ist.

  1. Volltanken bis zum ersten Abschalten. Die Zapfpistole schaltet ab, sobald Kraftstoff den Fühler an der Spitze erreicht. Wer danach nachdrückt, füllt das Einfüllrohr unterschiedlich weit, und der Startpunkt wird ungenau.

  2. Kilometerstand festhalten. Tageskilometerzähler (Trip) auf null stellen oder den Gesamtkilometerstand fotografieren. Das Foto vom Tacho neben dem Kassenbeleg spart später das Suchen.

  3. Mindestens 300 km fahren, besser fast eine ganze Tankfüllung. Bei 300 km verschiebt ein Liter Füllstandsunterschied das Ergebnis um 0,33 l/100 km, bei 600 km nur noch um 0,17 l/100 km.

  4. Wieder volltanken unter gleichen Bedingungen: möglichst dieselbe Tankstelle, dieselbe Zapfsäule, Auto eben und gleich ausgerichtet, wieder nur bis zum ersten Abschalten. Ein Auto, das zur Seite geneigt steht, schließt mehr oder weniger Luft im Tank ein.

  5. Rechnen: getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100. Beispiel: 18 l auf 300 km ergeben 18 ÷ 300 × 100 = 6,0 l/100 km.

Verbrauch (l/100 km) = getankte Liter ÷ gefahrene km × 100

Die zweite Fehlerquelle ist der Kilometerzähler. Er zählt Radumdrehungen, nicht Kilometer. Reifen mit anderem Abrollumfang, stark abgefahrene Profile oder ein defekter Raddrehzahlsensor verschieben die angezeigte Strecke um 1 bis 3 Prozent. Prüfen lässt sich das auf einer Autobahnstrecke mit Kilometerschildern oder auf einer Route, deren Länge der Routenplaner genau kennt. Der Tacho dagegen darf laut Gesetz nur vorgehen und zeigt deshalb oft 3 bis 7 km/h mehr als gefahren, das betrifft den Verbrauch aber nicht.

Wer den Verbrauch dauerhaft verfolgen will, trägt jede Tankung in ein Fahrtenbuch, eine Tabelle oder eine Tank-App ein. Bei Plattformen wie Spritmonitor sammeln Fahrer ihre Tankbelege, dort lassen sich auch Realwerte für das eigene Modell nachschlagen, bevor eigene Messungen vorliegen.

Mehrere Tankfüllungen richtig mitteln

Eine einzelne Füllung schwankt mit Wetter, Verkehr und Strecke. Erst drei bis fünf Tankfüllungen ergeben einen Wert, mit dem sich Fahrtkosten und Monatsbudgets verlässlich planen lassen. Beim Mitteln darfst du die einzelnen l/100-km-Werte nicht addieren und durch ihre Anzahl teilen. Eine kurze Füllung im Stadtverkehr hätte dann dasselbe Gewicht wie eine lange Autobahnfüllung, obwohl sie viel weniger Kilometer abdeckt. Richtig ist: alle Liter summieren, alle Kilometer summieren und erst dann teilen.

TankfüllungKilometerLiterVerbrauch
Stadt, Kurzstrecke15012,08,0 l/100 km
Autobahn, Urlaub65039,06,0 l/100 km
Falsch: Mittel der Einzelwerte––7,0 l/100 km
Richtig: 51 l ÷ 800 km × 10080051,06,4 l/100 km

Der Rechner oben arbeitet nach der richtigen Methode. Der Unterschied von 0,6 l/100 km aus dem Beispiel macht bei 15.000 km im Jahr und 1,80 €/l rund 160 € aus.

Der Verbrauch ändert sich mit der Jahreszeit. Heizung, Gebläse, Winterreifen, dichtere Luft und ein länger kalter Motor heben ihn im Winter um bis zu 15 Prozent, auf Kurzstrecken auch mehr. Für ein Jahresbudget taugt der Mittelwert aus einer Sommer- und einer Wintermessung. Für eine einzelne Fahrt nimmst du den Wert der passenden Jahreszeit.

Neu messen lohnt sich etwa alle 10.000 km, nach einem Reifenwechsel, nach der Inspektion und vor langen Urlaubsfahrten mit voller Beladung.

Teilbetankung oder vergessenes Volltanken

Wer nur 20 Liter tankt, hat keinen festen Messpunkt, denn der Restinhalt im Tank ist unbekannt. Die Messung ist trotzdem nicht verloren. Die Messstrecke wird bis zum nächsten Volltanken verlängert, und alle Teilbetankungen dazwischen zählen mit.

  • Kilometer: vom letzten Volltanken bis zum nächsten Volltanken durchzählen. Teilbetankungen sind keine Messpunkte.
  • Liter: alle Teilbetankungen plus die abschließende Volltankung addieren.
  • Im Rechner: die ganze Strecke und die Litersumme als eine einzige Tankfüllung eintragen.
  • Ohne Volltanken: Folgt nie ein Volltanken, lässt sich kein Wert berechnen. Dann einmal bewusst volltanken und die Messung neu beginnen.

Beispiel: Volltanken bei 41.200 km. Bei 41.480 km kommen 25 l dazu, bei 41.910 km wird wieder voll getankt, diesmal 21 l. Strecke 710 km, Liter 46, Verbrauch 46 ÷ 710 × 100 = 6,5 l/100 km.

Endet die erste Tankung beim ersten Klick und die zweite mit Nachdrücken, fließen bis zu zwei Liter mehr in die Rechnung. Auf 300 km sind das 0,7 l/100 km zu viel. Beide Messpunkte müssen auf dieselbe Weise enden.

Bordcomputer, WLTP und gemessener Wert im Vergleich

Der Bordcomputer misst keinen Durchfluss. Er rechnet aus der Einspritzmenge, die das Motorsteuergerät vorgibt, und aus der Fahrstrecke. Kleine Toleranzen der Einspritzdüsen und der Streckenerfassung summieren sich, typisch zeigt er 3 bis 5 Prozent zu wenig an. Vergleiche die Anzeige über eine Tankfüllung mit deiner Volltank-Messung, dann kennst du den Korrekturfaktor deines Autos. Wichtig: Viele Autos haben mehrere Speicher (seit Start, seit Tankstopp, Langzeit). Für den Vergleich gilt der Speicher, den du beim ersten Volltanken zurückgesetzt hast.

Der WLTP-Wert aus dem Datenblatt entsteht seit September 2018 auf dem Rollenprüfstand. Der Zyklus dauert 30 Minuten, deckt 23 km ab, erreicht höchstens 131 km/h und läuft bei 23 °C ohne Klimaanlage, Heizung und Licht. Zuladung, Dachträger, Gegenwind, Steigungen und Winterbetrieb fehlen. Ältere Autos tragen noch den NEFZ-Wert mit höchstens 120 km/h und sehr sanften Beschleunigungen, der noch weiter vom Alltag entfernt liegt. Bei Plug-in-Hybriden rechnet WLTP mit einem hohen elektrischen Fahranteil, deshalb liegt ihr Normwert oft bei 1 bis 2 l/100 km, im Alltag mit leerem Akku eher bei 6 bis 8 l/100 km.

QuelleWie der Wert entstehtTypische Abweichung zum AlltagAufschlag für Kostenrechnungen
Volltank-MethodeGeeichte Zapfsäule und KilometerzählerReferenzwertkeiner
BordcomputerEinspritzmenge aus dem Steuergerät3–5 % zu niedrig+5 %
WLTP (ab 2018)Prüfstand, genormter Fahrzyklus10–20 % zu niedrig+15 %
NEFZ (bis 2018)Prüfstand, älterer, sanfterer Zyklus20–40 % zu niedrig+30 %

Fehlen eigene Messungen und Herstellerangaben ganz, helfen Erfahrungswerte nach Fahrzeugklasse. Sie gelten für gemischten Alltagsbetrieb und reichen für eine erste Kostenschätzung.

FahrzeugklasseBenzinDieselVollhybrid
Kleinwagen5,0–6,5 l4,0–5,0 l4,0–4,8 l
Kompaktklasse6,0–7,5 l4,8–6,0 l4,3–5,3 l
Mittelklasse, Kombi7,0–8,5 l5,3–6,8 l4,8–6,0 l
SUV8,0–11,0 l6,5–8,5 l5,5–7,0 l
Transporter, Bus10,0–13,0 l8,5–11,0 l–

Eine Verbrauchsmessung in der Werkstatt kostet etwa 50 bis 120 Euro. Sie lohnt sich nur bei Verdacht auf einen Defekt, denn die Volltank-Methode liefert für die Kostenplanung ein gleichwertiges Ergebnis.

Stadt, Landstraße und Autobahn getrennt messen

Ein Gesamtwert passt nur, solange das Fahrprofil gleich bleibt. Wer sonst in der Stadt pendelt und eine Urlaubsfahrt über die Autobahn plant, braucht den Autobahnwert, sonst wird die Reise zu teuer oder zu billig kalkuliert. Getrennte Werte entstehen, wenn eine Tankfüllung möglichst nur in einem Umfeld verfahren und das Ergebnis mit Stichwort notiert wird. Schneller geht es mit dem Bordcomputer: Speicher vor einer reinen Autobahnetappe zurücksetzen, ablesen und den eigenen Korrekturfaktor aufschlagen.

Stadt
Höchster Wert bei Verbrennern: Anfahren, Ampelstopps, Leerlauf und kalter Motor auf Kurzstrecken. Auf den ersten 2 bis 3 km verbraucht ein kalter Motor das Doppelte. Hybride liegen hier oft am niedrigsten, weil sie beim Bremsen Energie zurückgewinnen und elektrisch anfahren.
Landstraße
Meist der niedrigste Wert. Gleichmäßige 70 bis 100 km/h mit wenigen Stopps liegen im wirkungsgradgünstigsten Bereich des Motors.
Autobahn
Stark vom Tempo abhängig. Der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, die dafür nötige Leistung mit der dritten Potenz. 100 statt 120 km/h spart rund 15 Prozent, 160 statt 130 km/h kostet oft 25 bis 30 Prozent mehr.
Mit Anhänger oder Dachbox
Eigene Messung lohnt sich: Eine Dachbox kostet bis zu 2 l/100 km mehr, ein Wohnwagen oft 30 bis 50 Prozent. Mit Anhänger gilt in Deutschland ohnehin Tempo 80 oder 100, was einen Teil wieder ausgleicht.

Umrechnen zwischen l/100 km, km/l und mpg

In Deutschland gilt l/100 km: Ein höherer Wert bedeutet mehr Verbrauch. Viele andere Länder geben an, wie weit ein Auto mit einer Mengeneinheit kommt. Dort ist ein höherer Wert besser. Umrechnen musst du bei Mietwagen im Ausland, US-Testberichten und Fahrzeugen aus Großbritannien. Die US-Gallone hat 3,785 Liter, die britische Gallone 4,546 Liter, deshalb gibt es zwei verschiedene mpg-Werte für dasselbe Auto.

Von l/100 km nachFormelBeispiel 6 l/100 kmBeispiel 8 l/100 km
km/l100 ÷ l/100 km16,7 km/l12,5 km/l
US-mpg235,2 ÷ l/100 km39,2 mpg29,4 mpg
UK-mpg282,5 ÷ l/100 km47,1 mpg35,3 mpg

Die Umrechnung funktioniert in beide Richtungen mit derselben Zahl: 40 US-mpg entsprechen 235,2 ÷ 40 = 5,9 l/100 km, 20 km/l entsprechen 100 ÷ 20 = 5,0 l/100 km. Beim Vergleich zweier Autos über mpg täuscht die Skala: Der Schritt von 20 auf 25 mpg spart mehr Kraftstoff als der Schritt von 40 auf 50 mpg. Für Kostenvergleiche ist l/100 km deshalb das ehrlichere Maß.

Verbrauch plötzlich höher: Ursachen eingrenzen

Steigt der gemessene Wert über zwei Tankfüllungen um mehr als 10 Prozent, lohnt die Suche nach der Ursache. Prüfe zuerst, was sich kurzfristig geändert hat: Jahreszeit, Strecke, Beladung, Reifen. Erst wenn das ausscheidet, kommen technische Fehler in Frage.

UrsacheMehrverbrauchSo prüfst du es
Zu niedriger Reifendruck2–5 % bei 0,5 barDruck bei kalten Reifen messen, Sollwert im Tankdeckel oder Handbuch, beladen höher
Winter, Kurzstreckebis 15 %Mit dem Sommerwert derselben Strecke vergleichen
Dachbox, Fahrradträgerbis 2 l/100 kmNach Gebrauch abbauen und neu messen
Zuladungca. 0,3 l je 100 kgKofferraum leeren, Getränkekisten und Werkzeug ausladen
Winterreifen im Sommerca. 5 %Reifenart und Profil prüfen
Klimaanlage im Dauerbetrieb0,3–1 l/100 kmMessung bei abgeschalteter Klima wiederholen
Geänderte Strecke, Stau, BaustelleunterschiedlichFahrtprofil der letzten Wochen vergleichen
Luftfilter, Zündkerzen, LambdasondeunterschiedlichWartungsheft prüfen, Fehlerspeicher in der Werkstatt auslesen
Thermostat klemmt offen5–15 %Motor wird nicht warm, Temperaturanzeige bleibt niedrig, Heizung schwach
Schleifende BremseunterschiedlichFelge nach der Fahrt ungleich heiß, Auto rollt schlecht aus
Partikelfilter regeneriert (Diesel)vorübergehendLüfter läuft nach, Leerlaufdrehzahl erhöht; normal, wenn selten

Leuchtet die Motorkontrollleuchte, gehört das Auto in die Werkstatt. Eine defekte Lambdasonde oder ein falsch messender Temperaturfühler lässt das Steuergerät dauerhaft zu viel einspritzen. Ohne Warnleuchte und ohne äußere Ursache misst du nach der nächsten Wartung erneut. Wenn der Wert danach wieder auf das gewohnte Niveau sinkt, war meist ein verschmutzter Filter oder falscher Reifendruck der Grund. Wie viel ein höherer Verbrauch im Jahr kostet, zeigt der Fahrtkostenrechner.